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Das Menschmodell stammt zweifellos und unübersehbar vom Tiermodell ab. Das betrifft natürlich ganz besonders den biologischen Körperaufbau, den Energiehaushalt und die Fortpflanzungsmechanismen, aber auch die meisten unserer elementaren Verhaltensmuster. Die evolutionäre Verzweigung in Richtung menschliche Wesen begann in der Tierwelt vor ca. 8 Millionen Jahren, als sich von einer Schimpansenart im südlichen Afrika, eine parallele Affenlinie (Bonobos) entwickelt hat, aus welcher der heutige Mensch mit Verstand hervorgegangen ist. Trotz dieses enorm langen Kraftakts der Evolution beträgt der genetische Unterschied zwischen einem Schimpansen und einem modernen Menschen lediglich 1,5 Prozent.

Die denkende Menschheit in ihrer heutigen Ausprägung bevölkert die Erde erst seit ungefähr 15 Tausend Jahren. Sie hat sich im Laufe dieser kurzen Zeitspanne stark vermehrt und über alle Kontinente ausgebreitet. Dabei muss man sich vergegenwärtigen, dass diese kurze Spanne menschlicher Existenz lediglich ein Millionstel der Erdgeschichte abdeckt, was einem Wimpernschlag im evolutionären Schöpfungsverlauf entspricht. Hinzu kommt, dass unsere Erde nur einer von Aber-Milliarden-Billionen Sternen und Planeten innerhalb unseres Universums ist. So gesehen ist weiteres Leben auf anderen Planeten mehr als wahrscheinlich.


Wie der winzige Punkt in obiger Grafik zeigt, spielt die Menschheit bei evolutionären Betrachtungen praktisch keine Rolle, während die Evolution in menschlichen Zeitmaßstäben so gut wie keine Veränderungen hervorbringt.

Unere Existenz auf der Erde ist weniger als ein Wassertröpfchen in den Weltmeeren, welches für den Bruchteil einer Sekunde aufblitzt. 

Der neuronale Unterschied des Menschen gegenüber den Tieren sind die weiter entwickelten Fähigkeiten sich intensiver wahrnehmen zu können, erfinderischer zu sein und die Folgen seines Handelns mit dem Verstand besser abschätzen zu können. Wohlgemerkt, in Ansätzen sind diese Eigenschaften bereits bei vielen Tierarten ebenfalls vorhanden und sie sind auch nicht bei allen Menschen gleichweit entwickelt.

Das Spektrum menschlicher Persönlichkeit reicht deshalb vom Einfaltspinsel bis zum Genie, vom Schmarotzer bis zum Leistungsträger, vom Träumer bis zum Realisten, vom Arbeitlosen bis zum Millionär, vom Verbrecher bis zum Samariter. Den viel zitierten Einheitsmenschen gibt es nicht, sondern allenfalls einen statistischen Standardmenschen mit einer mittleren Verteilung dieser Eigenschaften.

Was bleibt ist die unangenehme Erkenntnis, dass letztendlich nur der intelligentere Speicherinhalt des Gehirns uns Menschen ausmacht und wir uns insbesondere durch einen Verstand und ein Gewissen vom Tier unterscheiden. Diese zusätzlichen Softwaremodule unseres Vorderhirns betreffen  weniger die biologischen Lebensfunktionen als vielmehr moralische Persönlichkeitsansprüche, welche bis in den Sterbensablauf hineinreichen. Darum, gestorben wird seit Anbeginn der ersten Lebewesen und wurde beim Menschen nicht vollkommen neu erfunden, sondern nur leicht modifiziert vom Tier auf uns übertragen.

Schöpfung und Verstand 

Diese Tatsachen sind ernüchternd und unangenehm, weil sie belegen, dass es uns Menschen als Individuum und Persönlichkeit nur solange gibt, wie unsere Hirnzellen (Neuronen) funktionieren. Der biologische Hirntod löscht die Inhalte der Speicherzellen (Synapsen) des Gehirns und damit das Lebewesen, sodass der minimale Unterschied zwischen Mensch und Tier bei einem toten Tier und einem toten Menschen völlig verschwindet.

Summa summarum sind alle Pflanzen und Lebewesen nur flüchtige Datenträger der Evolution, deren Prinzip darin besteht, Veränderungen und Fortschritte ausschließlich über neues Leben zu organisieren. Diese Vergänglichkeit ist ein Grundprinzip der gesamten Schöpfung, welches selbst für unser Universum Gültigkeit besitzt. Das zu akzeptieren fällt den Tieren leicht und uns Menschen sehr schwer, was wiederum die verzweifelte Flucht in religiöse Scheinwelten begünstigt und erklärt.  

Todesablauf  

Es ist in der Tat erstaunlich, wie wenig die Menschen von ihrem unausweichlichen Lebensende wissen, beziehungsweise wissen wollen. Im Grunde genommen überhaupt nichts Konkretes oder Greifbares, am liebsten aus dem prallen Leben direkt in die Kiste. Und wenn, dann sind es allenfalls verschwommene Vorstellungen, die letztendlich darauf hinauslaufen, dass man im Jenseits ein noch herrlicheres Dasein für immer fristen möge.

Das ist natürlich absolut unrealistisch und jeder Einzelne ahnt es auch. Wir Menschen verdrängen dieses heikle Thema bewusst, weil wir uns viel zu wichtig nehmen. Hinzu kommt unser schlechtes Gewissen, weshalb wir eine schreckliche Angst vor unserem Abgang von der Lebensbühne haben. Der gierige Griff nach jedem Strohhalm führt bis zur völligen Abschaltung des gesunden Menschenverstands, was auf Beerdigungen häufig an dem hirnlosen Ausspruch: „Dem Herrgott hat es gefallen unseren Verstorbenen viel zu früh zu sich heimzuholen“ zum Ausdruck kommt. Der Herrgott hat aber den Entschlafenen weder abgeholt noch hätte er seinen Tod verhindern können, weil es nämlich weder einen Allmächtigen noch einen Bibelhimmel gibt.

Dennoch bleibt festzustellen, dass die Schöpfung unsere geistigen Fähigkeiten gepaart hat mit einem hohen Maß an Verantwortung für unser Handeln und Tun. Zur Erfolgskontrolle ist in jedem menschlichen Gehirn ein Gewissen (Lebensschreiber) vorgesehen, eine Art Black Box, in der unser ganzes Leben aufgezeichnet wird und welches vor allem beim Träumen und in der Stunde des Todes aktiv wird.

Der Tod ist jedoch keine spezielle Erfindung der Natur für uns Menschen, denn gestorben wird seit Anbeginn der ersten Pflanzen und Lebewesen vor 5 Milliarden Jahren. Während sich Tiere über ihren Tod keinerlei Gedanken machen können, hat sich die Menschheit einen Götterwahn und Jenseitskult geschaffen, um mit ihrem schlechten Gewissen und der Angst vor dem Tod, das gierige Erdendasein besser ausleben und verlängern zu können. Diese Furcht hat sich über die Jahrtausende hartnäckig gehalten und durch die falsche Deutung der unzähligen Nahtoderlebnisse noch verstärkt. 

Das Leben benötigt einen Körper - dem Tod genügt das Gehirn.

Das Sterben ist eine gefühlsechte Animation (Lebensabgleich) unseres Gewissens mit dem Zwang zur Reue. Dieses neuronale Jenseitsprogramm steht abrufbereit in jedem Gehirn und startet automatisch beim Eintritt des klinischen Todes. Vom vollständigen Zusammenbruch des Kreislaufs beim Herzstillstand und der Atmung, sowie dem biologischen Tod eines Gehirns liegen ungefähr vier Minuten, welche das sterbende Gehirn infolge seiner Befreiung von sämtlichen Körperfunktionen als eine neuronale Ewigkeit empfindet.

Als geistiger Zuschauer seines eigenen Lebensfilms, begegnet man zu Beginn dieser Animation noch einmal wie im Traum allen Personen und Stationen seines irdischen Daseins. Und man wird erfahren, dass die Bewertung seiner persönlichen Lebensweise und Taten nicht dem eigenen Willen, sondern einer höheren Instanz unterliegt. Am Ende seiner  Lebensrückblende taucht der Sterbende schwerelos in ein gleißendes Licht der Sinne und Gefühle, das begleitet wird von einem Feuerwerk an wohliger Wärme und Geborgenheit und ihm den Übergang zur Ewigkeit ankündigt.

Dieses Sterbeprogramm gibt jedem Lebensschicksal den verdienten Ausgleich zu seinem Lebensverlauf. Für Tiere bedeutet dies eine emotionale Entschädigung zu ihrem brutalen Lebensprinzips des ‘Fressen und Gefressenwerden’. Weil die Tiere keinen eigenen Willen und Verstand besitzen, können sie von diesem brutalen Weg nicht abweichen und sich auch nicht schuldig machen. Sie erleben ihren Tod daher in vollkommener Herrlichkeit.

Mit dem Ende des Neuronen-Gewitters infolge abgestorbener Hirnzellen, verschwindet jeglicher Unterschied zwischen Tier und Mensch vollständig. Beides ist nur noch lebloser Biomüll, der wieder in seine Atome und Strings zerfällt. Das gestorbene Wesen als Programmcode eines biologischen Neuronenspeichers hat sich in Nichts aufgelöst, wie die schöne Melodie auf einem verbrannten Tonträger. 

Lebenssinn und Lebensglück

Obwohl inzwischen selbst in Kirchenkreisen akzeptiert wird, dass wir Menschen von den Tieren abstammen, verweigern sich Gläubige standhaft den daraus resultierenden Konsequenzen. Für die gesamte Christenheit bedeutet die Anerkennung der Evolution jedoch nicht nur, dass es eine biblische Schöpfungswoche mit Adam und Eva niemals gegeben hat, sondern auch, dass all die anderen Bibelmärchen mit äußerster Skepsis zu genießen sind.

Ohne diesen Religionshumbug verliert der Mensch seine Einmaligkeit unter den Lebewesen und das ist in der Tat eine bittere Erkenntnis. Die logischen Schlussfolgerungen daraus lauten, dass wir von unseren tierischen Vorfahren nicht nur die Lebensfunktionen und den Sterbensablauf, sondern auch den Lebenssinn weitervererbt bekommen haben. Und der besteht bei Tieren hauptsächlich in der Arterhaltung mit allem, was dazugehört, wie Nahrungsbeschaffung, Überlebensstrategien und Fortpflanzung. Die verbleibenden Zwischenräume eines Tierlebens werden, soweit es die äußeren Umstände zulassen, mit Annehmlichkeiten, wie Ausruhen, Glücksgefühlen, Dösen und Herumtollen ausgeschmückt.

Dieser tierische Lebenssinn gilt auch für uns Menschen uneingeschränkt. Allerdings kommt beim Menschen noch ein weiterer Schöpfungsauftrag hinzu, den uns die Natur in Form eines evolutionären Gottes-Codes fühlbar in unser Gehirn einprogrammiert hat und dessen Einhaltung über eine Gewissenssoftware überprüft wird. Nur wenn wir unser Leben in Demut, Bescheidenheit und Nächstenliebe führen, war es im Sinne der Schöpfung.

Lebewesen sind evolutionäre Datenträger, welche ihre genetischen Informationen an die Nachkommen weitergeben. Auch wir Menschen stehen nur für kurze Zeit auf dem Förderband der Evolution, und müssen in erster Linie dafür sorgen, dass am Anfang des rollenden Bandes neues Leben draufgestellt wird, bevor wir am Band-Ende ausrangiert und ausgelöscht werden, indem wir tot herunterfallen.   

Das Leben ist ein ungerechter Zufall und der Tod sein gerechter Ausgleich 

Die Natur ist für das einzelne Lebewesen in hohem Maße ungerecht, weil die evolutionäre Vermehrungsstrategie gnadenlos auf das Überleben der Stärkeren und  Anpassungsfähigeren angelegt ist. Diese natürliche Ungerechtigkeitskette beginnt bereits im Augenblick der Zeugung, weil dabei die körperlichen Eigenschaften und Persönlichkeitsmerkmale eines neu entstehenden Lebewesens zum größten Teil und ohne sein Zutun genetisch festgelegt werden. Moral und Ethik kommen in der Natur nicht vor. Denn was hat ein neugeborener Mensch verbrochen, wenn an seiner Zeugung arme, kranke, einfältige, verantwortungslose oder kriminelle Ei- und Samenspender beteiligt waren und er dadurch größtenteils nachteilige Eigenschaften bezüglich Körper und Geist mit auf seinen Lebensweg bekommt? Hinzu kommen dann noch die meist schlechten Umgebungsbedingungen, unter denen ein genetisch benachteiligtes Geschöpf aufwachsen muss.  

Lebensglück hingegen hat derjenige, welcher ohne sein Zutun und Verdienst auf der Sonnenseite des Lebens geboren wird, das heißt, seine besseren, genetischen Eigenschaften auch noch in einem behüteten Umfeld frei entfalten kann. Obwohl man absolut nichts zu seinen guten oder schlechten Startbedingungen ins Leben beigetragen hat, wird dieser höchst ungerechte Zustand dennoch von Gesellschaft, Staat und Kirche für das ganze Leben festgeschrieben. Die Masse der Menschheit, welche unglücklicherweise auf der Schattenseite des Leben geboren wird, hat eben Pech gehabt und muss sich damit abfinden.

Aber auch als ein vom Zufall und Schicksal Begünstigter, kann man sich Glücksgefühle und innere Zufriedenheit nicht kaufen oder wie Macht und Geld zusammenraffen und horten. Ganz im Gegenteil, Glücksmomente in Familie, Beruf und unter Freunden sind immer zeitlich begrenzt und können durch Schicksalsschläge sehr schnell und abrupt beendet werden. Wiederkehrende Glücksmomente und dauerhafte Zufriedenheit hingegen basieren auf einem reinen Gewissen, welches bis in die Träume und den Todesablauf hineinreicht. Die Fähigkeit sein zufälliges Daseinsglück erkennen zu können, ist die Basis dafür, um ein zufriedenes Leben in Demut, Bescheidenheit und Nächstenliebe zu führen. Reichtum und Luxus sind asozial und daher eine Schande für jeden zivilisierten Menschen

Es ist nicht entscheidend, wie viel man spendet, sondern wie viel man  für sich behält.

Nur wer den Mut aufbringt, sich von seiner rein zufällig anerzogenen Religion und Weltanschauung zu lösen, sein warmes Plätzchen im Himmel freiwillig aufzugeben und die brutalen Zusammenhänge von Konsumwahn und Umweltzerstörung sowie von Kapital und Armut nicht länger zu verdrängen, für den erst macht es Sinn, die Schöpfung tiefer mit dem Verstand zu durchdringen. Alles andere ist der alltägliche Selbstbetrug, den man vor seinem Gewissen nicht rechtfertigen kann. Scheinheilige Sprüche wie, wer weiß ob meine Spende überhaupt bei den Bedürftigen ankommt oder was soll man sich die paar Jährchen seines Lebens mit dem Elend anderer vermiesen, der da oben tut doch auch nichts, gibt es in der Verstandesebene nicht.

Der Gebrauch unseres Verstands ist nicht nur anstrengend, sondern meistens auch ernüchternd und unangenehm, denn Natur und Schöpfung offenbaren sich bei genauerem Hinsehen völlig anders, als es sich die Religionsgemeinschaften und Wohlstandsbürger gemeinhin vorstellen oder wünschen. Und so musste man im Laufe der Jahrhunderte schmerzlich erkennen, dass die Erde keine Scheibe ist, dass die Menschheit nicht im Zentrum des Universums steht,  dass der genetische Unterschied zwischen Mensch und Schimpanse nur etwas mehr als ein Prozent beträgt, dass Gehirne als biologische Rechenwerke funktionieren, dass selbst Atomkerne noch teilbar sind und dass das Weltgeschehen von Chaos und Zufall und nicht von einem biblischen Schöpfer bestimmt wird. Den jüngsten und gewaltigsten Meilenstein menschlicher Erkenntnisfähigkeit markiert seit den achtziger Jahren die physikalische Beschreibung des Universums als eine gigantische Vernetzung tanzender Fäden und Schleifen, gemäß der Superstringtheorie.

Diese komplexe Theorie wird gerne als Weltformel bezeichnet, da sie als einzige in der Lage ist, sowohl die Mikrowelt der Atome als auch die Makrowelt der Planeten umfassend zu beschreiben. Und da gemäß dieser Theorie unser Universum vor dem Urknall auf einen winzigen Energiepunkt verdichtet war, muss das Geheimnis von Evolution und Leben zwangsläufig auch in dieser Welt der Strings liegen. Die weiteren Überlegungen werden zeigen, dass es einen fließenden Übergang zwischen Energie, Materie und Leben in jedem Winkel des Kosmos gibt und dass die gesamte Vielfalt der Schöpfung aus der Kraft und Information dieser schwingenden Superstrings kommt.

Carpe Rationem Tuam
(Nutze deinen Verstand)