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Ehrlichkeit und Moral zwingen uns zu der bitteren Erkenntnis, dass man Wohlstand, Reichtum und Luxus nur anhäufen, wenn man die Menschen am unteren Ende der Wertschöpfungskette um ihr Leben betrügt oder betrügen lässt. Genauso wie man Fleisch nur essen kann, wenn man Tiere tötet oder töten lässt. Auch Autofahrten und Flugreisen sind nur möglich, wenn man die Natur und Umwelt massiv schädigt.

Aber mehr als eine sinnvolle Beschäftigung, ausreichend zu Essen und ein Dach über dem Kopf hat die Schöpfung keinem einzigen Menschen auf dieser Welt zugedacht. Zum ersten, weil Abermillionen Erdenbürger keines dieser drei elementaren Dinge menschlicher Existenz besitzen und zum zweiten, weil unsere maßlose Konsum- und Mobilitätsgier zur massiven Zerstörung der Umwelt und Natur führt. Wohlstand, Reichtum und Luxus sind ein Frevel an der Schöpfung, für deren Besitz wir alle drei Sekunden ein unschuldiges Kind ohne Skrupel ans Hungerkreuz nageln.


Und darum, wenn es denn unbedingt etwas mehr sein muss, dann auf keinen Fall für die aufgeblasenen Promis im Jetset, die hirnlosen Bubis im Ballsport, die coolen PS-Deppen auf den Rennpisten, die eingebildeten Schmalzköpfe im Showbiss, die unersättlichen Unternehmer und Manager im globalen Wirtschaftsdschungel, die machtgeilen und korrupten Speichellecker auf der Politbühne, die diktatorischen Familienclans weltweit, der einfältige Hofadel und die angestaubten Königshäuser, die kostümierten Kirchenfürsten und verlogenen Seelenfänger noch für uns übersatten Mitläufer rund um den gestohlenen Wohlstandskuchen, sondern allenfalls für die Abermillionen armer Kindersklaven in der Dritten Welt, die für unsere maßlose Wohlstandsgier vierzehn Stunden täglich Teppiche für einen Hungerlohn knüpfen, Schuhe ohne Ende putzen, sich pausenlos prostituieren müssen oder Tag für Tag zu Erwachsenenarbeit ohne jegliche Perspektive gezwungen werden oder für die Abermillionen verlassenen und verwahrlosten Straßenkinder, die auf Müllhalden und in Elendsvierteln schuften und vor sich hin vegetieren müssen, aber ganz besonders für die 10 Millionen Kinderleichen jedes Jahr, die vierundzwanzig Stunden tagaus, tagein bis zu ihrem bitteren und frühen Lebensende elendig Hunger leiden müssen.

Reichtum und Luxus sind eine Schande für jeden Menschen mit Verstand

Gesellschaftlicher Wohlstand ist nur dort möglich, wo die Einnahmen eines Landes durch den Export hochwertiger Güter die Ausgaben für den Import von Rohstoffen und Energie deutlich übersteigen. Ist diese Differenz groß und positiv wird sie als Wertschöpfung bezeichnet, im anderen Falle führt sie zu Armut und Elend.

Um den Wohlstand im reichen Norden und das Elend im armen Süden zu halten, hat sich der Kapitalismus eine tödliche Waffe erschaffen und zwar die Kontrolle des Welthandels durch die Welthandelsorganisation (WTO). Diese sorgt per Diktat(ur) dafür, dass die Rohstoffpreise der Entwicklungsländer bis heute auf dem Niveau von vor fünfzig Jahren gehalten wurden.

Erkennen kann man dieses Unrecht, sofern man will, zum Beispiel daran, dass die Preise für eine Tafel Schokolade oder ein Pfund Kaffee seit Jahrzehnten unverändert niedrig geblieben sind. Dieses brutale Prinzip des kapitalistischen Preisdiktats gilt für Erze, Kohle, Baumwolle etc. gleichermaßen. Was gestiegen ist, sind die Preise für Exportprodukte jeder Art und damit unser Wohlstand. Das heißt, obwohl wir immer weniger arbeiten und leisten, geht es uns immer besser und den Ausgegrenzten dafür immer schlechter.

Die unbändige Gier der Menschen nach größtmöglichem Wohlstand und Luxus lässt sich am Besten mit den brutalen Methoden des Kapitalismus befriedigen, wobei sich die gnadenlose Ausbeutung der Natur und die rücksichtslose Ausgrenzung der Entwicklungsländer mit einer demokratisch, christlichen Gesellschaftsform auch noch kollektiv legitimieren lassen. Deshalb sind Kapitalismus und Wohlstandswahn grausamer als jede Diktatur und jeder Terrorismus.

Jeder Mensch ist nur so gut wie sein Ökologischer Fußabdruck.


Unser Ökologischer Fußabdruck stempelt uns als Verbrecher an der Schöpfung und den Geschöpfen ab.

Der statistische Mittelwert des ökologischen Fußabdrucks eines Franzosen beträgt danach 2,0 Erden, eines Deutschen 2,6 Erden, eines Engländers 3,0 Erden, eines US-Amerikaners 5,0 Erden, eines Golfarabers 11 Erden und eines Millionärs/ Milliardärs hunderte Erden.  

Das heißt, für den lebenslangen Energieverbrauch eines  durchschnittlichen Wohlstandsbürgers in Deutschland plus dessen Bedarf an Rohstoffen und Nahrungsmitteln wären nicht eine sondern 2,6 Erden erforderlich. Da es tatsächlich aber nur diese eine Erde gibt, zerstören Gesellschaften mit einem Fußabdruck größer Eins massiv die Natur und Umwelt. Diese traurige Wahrheit kann man an den Unwettern, Klimakatastrophen, Gletscherschmelzen, am Artensterben und Ozonloch sowie an der Verdreckung der Weltmeere deutlich erkennen. Erschwerend kommt eine weitere unangenehme Wahrheit hinzu, dass nämlich unser erhöhter Lebensanspruch nur durch die brutale Ausbeutung der ärmeren Länder befriedigt werden kann. 

Diese Unvernunft zwischen steigendem Anspruchsdenken und ökologischer Realität ist nur möglich, weil niemand wirklich verzichten möchte. Und so laben sich die Gläubigen und Gottlosen sowie die oberschlauen Besserwisser und Einfachgestrickten an diesem menschenunwürdigen Umgang mit der Schöpfung und Natur gleichermaßen. Der  rücksichtslos Egoismus und die hemmungslose Wohlstandsgier gehen durch alle Bevölkerungsschichten hindurch und haben mit Verstand oder Moral nicht das Geringste zu tun.

Und weil die Menschheit nur diese eine Erde als Existenzgrundlage hat, verliert jeder Wohlstandsbürger bereits nach 30 Jahren, jeder Millionär bereits nach einigen Jahren und jeder Milliardär schon nach wenigen Monaten seine moralische Existenzberechtigung auf unserem Planeten. Im Gegenzug hätten die Ärmsten der Armen einen Lebensanspruch von über 300 Jahren einzuklagen.

Umweltfreundlich ist nur ein ökologischer Fußabdruck kleiner eine Erde.

Vergleicht man die Biologie der Erde mit einem Aquarium, dann ist es für Jedermann leicht ersichtlich, dass diese ausgeglichene Biowelt nur eine ganz geringe Menge an zusätzlichen Schadstoffen, Verunreinigungen und Giftmengen aufnehmen und überleben kann. Um beim ökologischen Fußabdruck zu bleiben, soll dies der Einfachheit halber ein Tropfen Müllgift sein. Ein deutscher Wohlstandsbürger würde also mit seinen 2,6 Tropfen Abfallgift das ökologische Gleichgewicht des Aquariums bereits massiv stören und auf längere Sicht zerstören.

Mit den vielen, vielen Gifttropfen, die zum Beispiel jeder der oberen Zehntausend einleitet, wäre das Leben im Aquarium sehr schnell beendet. Dennoch werden Reichtum und Luxus in unserer Gesellschaft bedenkenlos bewundert anstatt angeprangert oder gar verboten. Dies liegt zum einen daran, dass die kapitalistische Wertschöpfungsbrutalität ihre Abermillionen Menschenopfer nicht hier sondern in anderen Ländern erbringt und zum anderen, dass man die riesigen Müllberge und ungeheuren Schadstoffbelastungen hinter den glänzenden Palästen und Villen auf den ersten Blick nicht sieht. Es liegt aber nicht zuletzt auch daran, dass jeder gerne Millionär wäre.

Autofahrer sind brutaler Verbrecher an der Umwelt

Autofahren ist ebenso ein Umweltverbrechen, wie das maßlose Zusammenraffen von Wohlstand und Luxus. Würde man die hochgiftigen Abgase eines Autos direkt am Auspuff einatmen, wäre unser Leben nach wenigen Minuten ausgelöscht. Diese lebensgefährlichen Schadstoffe aber einfach in die Luft zu blasen, macht sie nicht ungefährlich, sondern zu einem Verbrechen an der Natur. Dasselbe gilt für die Triebwerke in Flugzeugen und die Schornsteine der Konsumfabriken, Automobilwerke, Raffinerien und Müllverbrennungsanlagen. Zusammenraffen und Verprassen von Wohlstand, Reichtum und Luxus sind eine tödliche Gefahr für die ausgegrenzten Menschen und die wehrlose Natur und damit für die gesamte Schöpfung. Diese Erkenntnis ist höchst unangenehm, weil sie dem fühlbaren Paradiesgedanken in unserem vorderen Hirnlappen widerspricht.

Millionäre sind skrupellose Umwelt- und Menschenschänder

Wer sich ein besonders kapitales Stück vom gestohlenen Wohlstandskuchen abschneidet, macht sich in hohem Maße an den brutalen Verbrechen des Kapitalismus an Mensch und Natur mitschuldig. Reichtümer und Luxus lassen sich weder mit Moral und Nächstenliebe noch mit Ehrlichkeit und Bescheidenheit zusammen stehlen, sondern nur mit Ungerechtigkeit und Brutalität, indem man Menschen am unteren Ende der kapitalistischen Wertschöpfungskette gnadenlos um ihr Leben betrügt oder betrügen lässt.

Zu diesen asozialen Kapitalverbrechen an Abermillionen unschuldiger und hilfloser Menschen in der Dritten Welt kommt dann noch der ebenso gewaltige und beschämende Umweltfrevel hinzu, mit dem der verschwenderische Lebensstil und das völlig unbegründete Anspruchsdenken der Wohlhabenden die Natur auf das Brutalste schädigen und zerstören. Denn mit ihrem überdimensionalen Verbrauch an Ressourcen und Energie hinterlassen Millionäre einen ökologischen Fußabdruck von “vielen, vielen Erden“ und verwirken deshalb bereits nach wenigen Jahren ihre moralische Existenzberechtigung auf unserem Planeten.

Anstatt diese zum Himmel stinkenden Missstände anzuprangern, werden Reichtum und Luxus von Staat, Kirche und Gesellschaft bewundert und verehrt. Mit Verstand und Vernunft hat dieser unchristliche Zerstörungswahn gegenüber der Schöpfung absolut nichts zu tun.

Kirchenfürsten und Sektengurus sind das personifizierte Böse

Sie sind Gauner, weil sie mit einem verlogenen Draht nach oben, gutgläubige Menschen schamlos abzocken. Verbrecher, weil sie mit ihren chauffierten Limousinen und luxuriösen Nobelherbergen die Umwelt und Natur massiv schädigen und kriminelle Menschenschänder, weil sie sich als Spitzenverdiener der Gesellschaft ein gewaltiges Stück vom kapitalistischen Wohlstandskuchen abschneiden. Diese gottlose Prasserei und himmelschreiende Verlogenheit sind der blanke Frevel an der Schöpfung und damit das grasse Gegenteil von einem vorbildlichen Leben in Demut, Bescheidenheit und Nächstenliebe.

Wertebegriffe, wie Moral und Ethik, Gleichheit und Brüderlichkeit oder Solidarität mit den Schwächeren und Achtung der Menschenwürde stehen als evolutionärer Gottescode in jedem vorderen Hirnlappen. Die Umsetzung dieser fühlbaren Lebensleitlinien beschränkt sich aber keinesfalls auf Mitmenschen, Familienangehörige, Freundeskreise oder Staatsgebiete. Entweder man setzt sie bedingungslos für jedes Lebewesen auf unserem Planeten durch oder alle frommen Appelle sind ebenso scheinheilig und verlogen wie Gotteswahn und Jenseitshumbug. Die allgegenwärtige Missachtung ist die Folge hemmungsloser Gier nach Wohlstand und Mobilität und lässt sich weder mit intelligenten  Phrasen schönreden noch mit einfältiger Glaubenssülze gesundbeten. Mit unserem gewaltigen ökologischen Fußabdruck machen wir uns zu brutalen Verbrechern an der Schöpfung und den Geschöpfen.

Natur und Umwelt reagieren, aber langsam

Da die Zeitkonstanten in der Natur enorm lange sind,  werden sich die heutigen Umweltsünden erst mit einer Verzögerung von ca. 50 Jahren bemerkbar machen. Das heißt, die dramatische Klimaerwärmung und die zunehmenden Naturkatastrophen unserer Tage sind die Folgen der Umweltsünden aus den Sechzigern. Der gegenwärtige Raubau an der Natur wird sich deshalb erst in einigen Jahrzehnten mit unvorstellbaren Folgen auswirken.

Die einzig vernünftige Konsequenz zur Rettung der Umwelt müsste daher schon seit Jahrzehnten ein drastischer Konsum- und Mobilitätsverzicht sein. Aber aller Vernunft zum Trotz, werden weiterhin neue Straßen und Airports geplant und gebaut, damit sich das Verkehrsaufkommen zu Wasser, Lande und in der Luft alleine in den reichen Ländern in den nächsten zehn Jahren verdoppeln kann. Erreichen dann eines Tages auch noch die aufstrebenden Schwellenländer unser Wohlstandsniveau, wird der biologische Kreislauf der Natur endgültig zusammenbrechen, um mit der Plage Mensch ökologisch fertig zu werden.

Unter diesen gierigen Lebensansprüchen der Menschen ist es allzu logisch, dass es in einer Wohlstandsgesellschaft extrem selten zu Entscheidungen mit dem Verstand kommen kann. Gesellschaftlich relevant und für das Weltgeschehen bestimmend sind bis heute weder die wissenschaftlichen Erkenntnisse noch die unangenehmen Tatsachen und Wahrheiten, sondern nur die von breiten Bevölkerungsschichten getragenen und zugelassenen Einsichten und Zugeständnisse. Ganz nach dem religiösen Vorbild: Was nicht wahr sein darf, ist eben nicht wahr.

Reichtum und Luxus sind asozial und deshalb eine Schande für jeden denkenden Menschen.